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Zehn Jahre Klüger: 10/2017

Liebe Freunde,

in "Zehn Jahre Klüger", kurz 10JK, diskutieren Christian Schmidt und André Peschke jeden Monat die wichtigsten Meldungen und Neuerscheinungen von vor zehn Jahren – und analysieren, ob und warum sie auch heute noch relevant sind. Diesmal geht es um die Ereignisse des Oktober 2007, über die Orange Box, über das Phänomen Machinima, über die Firma Bungie und über fatale 73%.

Dieses Format entsteht in Zusammenarbeit mit The Pod und wird bei The Pod und Stay Forever veröffentlicht, in der Regel am Dienstag (die) und Freitag (wir) der zweiten Woche des jeweiligen Kalendermonats.

10JK ist den Patrons der Unterstützerstufe 5$+ vorbehalten, diese Folge öffnen wir als Schmankerl aber mal für alle Patrons, also auch die Stufen 1$ und 3$.

Viel Spaß beim Hören

Gunnar

Zehn Jahre Klüger: 10/2017

Comments

Da Witcher ja auf einer Buchvorlage basiert, erklärt sich auch das Fehlen von "Goblins, Orks & Ogern". Es gab in den vergangenen Jahren eine sehr starke (und sehr positive) Entwicklung in der Fantasy-Literatur weg von dem Plagiat der Kreaturen, die zu Zeiten von Tolkien und D&D in das Genre eingeführt wurden, und seitdem von phantasielosen Autoren Mal um Mal kopiert wurden. Autoren wie Brandon Sanderson, Neil Gaiman, Pat Rothfuss oder George RR Martin würden mit der Kneifzange keine Goblins oder Orks in ihren Welten einbauen. Insofern ist das auch etwas weniger ein Verdienst der Spieleserie. Ich fand übrigens auch Wizardy8 schon ziemlich "erwachsen". Klar, im Vergleich zum Witcher fehlte da etwas das morbide, das heruntergekommen dreckige, aber die Völker auf der Spielwelt waren ebenfalls schon weniger Schwarz/Weiß als eher grau, und vielleicht war es auch des Mix aus Fantasy und SciFi, der der Serie etwas kühleres vermittelt hat. Wobei auch das, allgemein, ein Trend war, der in den 2000ern im Gerne deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Fantasy wurde, ebenfalls in überfälliger Abkehr an Tolkien (nichts gegen Tolkien, ein Gigant, aber 30 Jahre später darf man sich auch mal von Giganten lösen), deutlich realistischer, weniger mythenhaft, weniger episch, sondern mehr "noir".

David

Doch, Gothic hab ich auch gespielt. Und auch sehr gemocht. Und Du hast Recht, Gothic hat auch einen etwas anderen Ansatz und auch eine andere Atmosphäre als die meisten Spiele zu seiner Zeit. Allerdings hat es mich damals nicht so beeindruckt wie The Witcher 1, bzw. dessen Enhanced Edition. Hier mal ein paar Punkte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) die mir spontan einfallen: - Gothic ist schon nochmal eine gute Ecke älter als The Witcher und obwohl die Grafik damals sehr gut war, ist sie doch im Gegensatz zu The Witcher, imho nicht mehr besonders ansehnlich. The Witcher dagegen kann ich auch heute noch ohne Probleme spielen. Zum Beispiel der schon erwähnte Sumpf mit dem heiligen Hain oder auch die Felder bei Trübwasser sind immer noch fantastisch. - Die Atmosphäre hat irgendwie etwas… ich kann es nicht genau beschreiben… etwas, das es mir schwer macht das Spiel hundertprozent ernst zu nehmen. Ich sag nur „Steck die scheiß Waffe weg!“. Das ist alles so eine kraftmeierische auf die Fresse Attitüde die es mir einfach ein bißchen schwer gemacht hat so ganz in dem Spiel zu versinken. - Die Bedienung von Gothic war (und ich weiß, dass die Bedienung von The Witcher alles andere als perfekt ist) einfach nur entsetzlich! Man kann es nicht anders sagen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich, als ich das Spiel zum ersten Mal gespielt hab, beinahe daran gescheitert wäre einen Gegenstand aufzuheben. (War das nicht irgendwie so, dass man den richtigen Abstand zu dem Gegenstand haben, dann eine Taste drücken und dann „nach vorne gehen“ musste, oder so ähnlich? Fürchterlich!) -… (es ist einfach schon wirklich, WIRKLICH lange her, dass ich Gothic 1 gespielt habe) Gothic mit The Witcher zu vergleichen hat schon sehr was von Äpfel und Birnen, alleine schon wegen dem beträchtlichen Altersunterschied. Ich fand Gothic ZU SEINER ZEIT wirklich großartig, aus vielen verschiedenen Gründen, die ich jetzt nicht alle aufführe. The Witcher dagegen war eine Offenbarung. Ein Spiel, das ich auch heute noch fantastisch finde und immer mal wieder spiele. Das kann ich von Gothic nicht behaupten. Ich vermute, dass es im StayForever Publikum eine Menge hardcore Gothic-Fans gibt. Deswegen nochmal kurz: Ich behaupte nicht, dass The Witcher das bessere Spiel ist. Ich wollte nur mal kurz darlegen, warum es für mich persönlich (!) besser funktioniert hat als Gothic!

Wohl nie Gothic gespielt?!

artificialfeelings

Ich hab mich schon gewundert dass Stunt Island nicht im Podcast gefallen ist, denn das war ja an sich auch nicht mehr als ein In-Game Editor mit Aufnahme Funktion.

Michel Meyers

Ich hab anno 1995 ein paar Szenen von Zak McKracken im Spiel Stunt Island nachgebaut, gefilmt und geschnitten... das waren dann wohl auch Machinima!?

Raphael Meyer

Christian, Andre, erstmal danke für den neuen Podcast! Es macht wie immer sehr viel Spaß euch zuzuhören! Allerdings muss ich Christian widersprechen: Die Enhanced Edition von The Witcher 1 als "immer noch kein Meisterwerk" zu beschreiben liegt meiner Meinung nach daneben. Ich habe damals gerne und viele Rollenspiele gespielt, möchte mich aber dennoch keineswegs als Experten bezeichnen. Allerdings kann man heute kaum noch beschreiben, was für einen Schlag The Witcher damals (zumindest für mich) getan hat. Endlich wurde mit diesen generischen Fantasyrollenspielen aufgeräumt. Endlich mal eine „realistische“, schmutzige Welt! ENDLICH wurde das Schwarz-weiß Schema, das man in so vielen Rollenspielen vorgesetzt bekam durchbrochen (wer z.B. in Baldur’s Gate 2 Dialogen nicht erkennt, was die „gute“ und was die „böse“ Antwort ist, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen). Die Grafik war fantastisch! Ein Sumpf, der wie ein echter Sumpf aussieht, eine Stadt, die sich „richtig“ anfühlt und nicht das damals übliche „das Haus ist innen aber viel größer, als außen“uswusf. Die Monster waren mit ihrer realistischen Anmutung endlich mal etwas anderes, neues, furchteinflößendes als die tausendmal gesehenen, langweiligen Orks, Goblins und Oger. Das Spiel hat sich, gerade im Vergleich zu nahezu allem anderen was es damals gab, so erwachsen, so anders und so faszinierend angefühlt, dass es einem schwerfällt dies jemandem heute adäquat zu beschreiben. Und ja, auch die Enhanced Edition von The Witcher hatte immer noch ihre Probleme… Aber man darf nicht vergessen, dass die GameStar damals Oblivion sagenhafte 90 % (!) gegeben hat. Und wenn dieses Spiel keine gravierenden Probleme hatte, dann weiß ich auch nicht. Wie auch immer, ich habe in The Witcher so viele denkwürdige Dinge erlebt, an die ich mich immer noch zurückerinnere. Fantastisch Quests, schwere Entscheidungen, eine zum schneiden dichte Atmosphäre… Für mich gehört es nach wie vor zu den besten Rollenspielen überhaupt (!). Und wenn Oblivion eine 90 bekommt, dann hätte die Enhanced Edition damals mindestens eine 91 verdient gehabt. Edit: P.S.: Und Andre, nein, The Witcher 2 war nicht das bessere Spiel. Ganz im Gegenteil: Es war meiner Meinung nach im Vergleich zur Enhanced Edition des ersten Teils ein klarer Rückschritt.

Ich habe schon mal gespickt. Mal schauen welches Spiel des Monats in Nov kommt? Eigentlich müssten es wahrscheinlich wirklich zwei werden?

Matthias M.


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