SamSuka
stayforever
stayforever

patreon


Zehn Jahre Klüger: August 2010

Liebe Freunde,

wir reisen zurück ins Spiele-Zeitgeschehen des August 2010 und picken uns drei Schlagzeilen heraus, die wir mit zehn Jahren Abstand einordnen. Dieses Mal geht es um die folgenden Themen:


[00:02:34] „Medal of Honor lässt dich die Taliban spielen“

Oha. Da hat Electronic Arts einigen Aufwand betrieben, um den Reboot der alten Medal of Honor-Serie als ernstzunehmende Konkurrenz zu Call of Duty zu positionieren. Und dann entzündet sich an einem Detail des Multiplayer-Modus ein Protest, der bis in höchste Regierungsebenen ausstrahlt. Ein Fall für cleveres Krisenmanagement, würde man meinen. Aber EA so: „Pöh!“ Ob das gut geht …?


[00:30:04] „Keine Heldinnen bei Activision?“ 

Die Journalistin Leigh Alexander schlüsselt auf: 2010 hat der weltweit führende Spielehersteller Activision seit fünf Jahren kein großes Spiel veröffentlicht, in dem man eine Frau spielen könnte. Und aus der 10-Jahre-klüger-Perspektive können wir festhalten: Das bleibt auch so, inzwischen sind es 15 Jahre ohne Triple-A-Protagonistin. Das klingt nicht gut, hat aber Gründe. Wir schauen uns das genauer an.


[01:03:04] „Valve verspricht drei große Überraschungen“

Gabe Newell steht gut in Saft, seiner Firma Valve mit ihrem Digital-Shop Steam geht’s blendend. Deshalb kann er im August 2010 auch jovial orakeln, dass Valve in den nächsten 12 Monaten „mindestens drei große Überraschungen“ enthüllen werde, die einige Menschen „schockieren“ dürften. Nun ist das ja zehn Jahre her, also prüfen wir mal nach: Was hat Valve denn zwischen August 2010 und 2011 so alles angekündigt? Erstaunlich viel, wie sich herausstellt, aber waren auch drei schockierende Überraschungen dabei?


[01:33:21] … und das Spiel des Monats ist bei aller Qualität doch eine leichte Enttäuschung; lange hatten wir auf diese Fortsetzung warten müssen, sehr vielversprechend sah sie aus, aber als sie dann da war, konnte sie nicht ganz an den beliebten Vorgänger anschließen.


Viel Spaß beim Hören!

Christian & André

Zehn Jahre Klüger: August 2010

Comments

Brünn es heißt

Fabian Schwarz

Diese gestiegene Vielfalt ist kein Verdienst der AAA-Publisher und vor allem nicht von Activision. Das war unser Thema und darüber haben wir diskutiert. Deine Punkte sind richtig, standen aber auch nicht in Frage.

Stay Forever

Was ist denn mit Jesse Faden (gespielt von Courtney Hope) in Control von Remedy? Zumindest für IGN das das Spiel des Jahres 2019 und damit wohl als AAA-Spiel zu verbuchen. Animal Crossing von Nintendo lässt einen seinen/ihren Avatar einfach wählen und hat sich millionenfach verkauft. Auch das von euch genannte Portal 2 hatte eine weibliche Hauptrolle und eine, zumindest meiner Interpretation nach, weibliche Antagonistin/zweite Hauptrolle. Ich will auch nicht einsehen, warum der verhältnismäßig deutlich höhere Anteil von Frauen in Hauptrollen bei Indie-Spielen nicht in guten Teilen die Scharte auswetzt. Es wirkt geringschätzig, wenn angekreidet wird, dass zu wenig Frauen in Spielen die Hauptrolle übernehmen, wenn es gesamt durchaus viele nennenswerte (wenn auch Indie)-Spiele gibt, die genau das unaufgeregt meistern. What remains of Edith Finch, Gone Home, Crosscode, das von euch erwähnte Celeste, Gris, Oxenfree, A Short Hike, MOSS, Night in the Woods, das soeben erschiene Spiritfarer, alles Spiele, deren Hauptrolle ohne großes Marketinggedöns weiblich sind, die eine tolle Geschichte erzählen und die ich (persönlich) deutlich lieber spiele als zB ein Open-World-Sammelspiel. Wenn man also von der Summe aller Spiele ausgeht und nicht, wie im Gespräch gefühlt geschehen, nach Umsatz/Marketing gewichtet, hat sich in den letzten 10 Jahren einiges getan und erfreuen wir uns tatsächlich einer deutlich größeren Vielfalt, als das Gespräch vermuten lässt.

Stefan D

Ah ja, die beruehmt bereuchtigte Renn-mission aus Mafia! Ich hege ja bis heute den Aberglauben, dass dessen Schwierigkeitsgrad schlichtweg CPU-abhaengig war, denn ich erinnere mich noch sehr genau an die hoehnischen "Ach die ist gar nicht so schwer, die hab ich beim ersten Mal geschafft!"-Stimmen, die waehrend einer LANparty alle ausnahmslos an meinem Rechner verstummten nachdem ich sie darum bat, dann doch bitte das Rennen fuer mich zu besiegen damit ich weiterspielen koenne. Nachdem drei oder vier tapfere Kollegen sich daran die Zaehne ausgebissen hatten, und wie auch von mir gewohnt nie ueber einen hart erkaempften 2ten Platz herauskamen, habe ich meinen Spielstand auf den Rechner eines Freundes uebertragen und dort, zugegebenermassen mit dem Training aus zigfachen Fehlversuchen, auf Anhieb das Rennen gewonnen.

Michel Meyers

Vielen Dank für den Hinweis. Kurze Anmerkung von mir (Gunnar): Du kannst dich natürlich ausdrücken wie du willst, aber ich möchte mal darauf hinweisen, dass "Politische Korrektheit", obwohl ubiquitär benutzt, im Grunde ein Kampfbegriff der politischen Rechten ist, um den Versuch zu diffamieren, die stärkeren Diskursteilnehmer anzuhalten, über die schwächeren so zu sprechen, wie es die schwächeren wollen. Nicht mehr und nicht weniger. Im normalen Leben nennt man es Anstand, im politischen Diskurs halt "politische Korrektheit". Ein Beispiel: Wenn Fräulein Krawuttke heiratet und plötzlich Frau Nierichloh heißen möchte (wie es im Pass steht), mault keiner rum, obwohl der neue Name nicht leicht zu merken ist und man die Dame ja nun vielleicht 25 Jahre lang anders genannt hat. Wenn aber Frl. Jelena aus der Buchhaltung möchte, dass man sie als Sinti bezeichnet (wie es im Pass steht) und nicht als Zigeunerin, gibt es Beschwerden über die nervige politische Korrektheit und warum immer alles ändern und Zigeuner ist doch nichts schlimmes und überhaupt weiß man gar nicht mehr was man sagen darf. Das ist alles ganz schön anstrengend, finde ich, viel anstrengender als ein bisschen auf seine Sprache zu achten.

Stay Forever

Der Part über Frauen in Spielen war echt anstrengend. Als hättet ihr euch gegenseitig in politischer Korrektheit übertrumpfen wollen.

Thomas Behning

Früher lag Falludscha im Irak, vor dem Podcast.


More Creators