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Zehn Jahre Klüger: Oktober 2010

Liebe Freunde,

der Oktober 2010 ist ein starker Spielemonat, aber das wird in dieser Folge von Zehn Jahre klüger nicht das zentrale Thema sein. Wir schauen uns drei sehr unterschiedliche, aber allesamt spannende Nachrichten an und erklären, was daraus geworden ist.


[00:003:50] „Zenimax Media schnappt sich das neue Studio von Resident-Evil-Schöpfer Shinji Mikami“

Anfang Oktober sammelt die Bethesda-Mutterfirma Zenimax frisches Kapital ein, um weiter auf Einkaufstour zu gehen: Shinji Mikamis Tango Gameworks ist nur der Anfang. Wir zeichnen die Strategie der Firma bis zu ihrem aktuellen Verkauf an Microsoft nach: Was hat sich ausgezahlt, was nicht?


[00:44:46] „Finales Gerichtsurteil: Langdell verliert seine Marken“

Die Schlagzeile ist kryptisch, aber wir versprechen euch: Dahinter steckt eine abenteuerliche Räuberpistole. Wir dröseln den Fall von Tim Langdell auf, der als Copyright-Troll in den 90ern und 2000ern die Spielebranche terrorisiert, bis mehrere Gerichtsverhandlungen seine Masche ans Licht bringen. Langdells Vorgehen vor Gericht ist bizarr.


[01:40:22] „Let’s Play Minecraft #001: Alles auf Anfang“

Mit seiner epischen, drei Jahre umfassenden Let’s-Play-Serie zu Minecraft schafft Gronkhden Durchbruch und wird in der Folge zum erfolgreichsten Gaming-Youtuber Deutschlands. Er ist damit einer der Bannerträger des Let’s-Play-Trends, der aus Youtubern Influencer macht und aus Spieleredakteuren Arbeitslose. Haben wir das alles kommen sehen?


[02:11:07] … und das Spiel des Monats ist NICHT Fallout: New Vegas! Sondern ein anderes Rollenspiel, das leider auch sehr viel schlechter ausfällt, aber besprochen werden muss. Also erledigen wir das.


Viel Spaß beim Hören!

Christian & André

Zehn Jahre Klüger: Oktober 2010

Comments

Als kleines Gimmick zur genialen Langdell-Story: https://www.youtube.com/watch?v=68lszjX3Xwg

Robert Schwerthalter

Martin Köllen Hallo zusammen, es war wieder mal nett, Euch zuzuhören. Nur Eure Aussagen zu den Let´s Plays scheinen mir ein Tacken zu negativ. Auch wenn Gronkh jetzt auch nicht mein persönlicher Favorit ist, finde ich Let´s Plays als solche recht praktisch. Zum einen geben sie mir als eher älterem Spielefan - Jahrgang 1976 - die Möglichkeit, die aktuellen Spieletrends (divere "Battle Royals") nachzuvollziehen, ohne sie selber spielen zu müssen. Zum anderen genieße ich es immer mal wieder, die ganz alten Spiele von früher zu sehen (Aktuell bei mir: "Murder on the Mississippi" von 1986), ohne die Hardware ("C64") zu besitzen und ewig vor einem Ladebildschirm zu hocken. Von daher denke ich, haben Let´s Plays, schon eine klare Daseinsberechtigung.

Martin Köllen

Harte Zustimmung was Joe Rogan angeht. Unerträgliche Scheiße. Im besten Fall strunzdumm, im schlimmsten Fall können rechte Arschgeigen dort unangefochten (weil das übersteigt anscheinend Joe's intellektuelle Kapazitäten, da ist's dann auch gerade egal wo er selbst persönlich steht) ihren Absud einem (leider) Millionenpublikum mitteilen. Bäh. Ansonsten auch insgesamt wieder eine schöne Folge! Bei Let's Plays bin ich trotz auch schon fortgeschrittenem Alter etwas anderer Meinung - einen kategorischen Unterschied zu anderen Darreichungsformen von Inhalt, beispielsweise Podcasts, aufzumachen halte ich für kurz gegriffen. Let's Plays können ja durchaus genauso z.B. einen analytischen oder historischen Ansatz jenseits der reinen Bespaßung verfolgen. Gibt ja nicht nur Gronkh. Aber passt schon, man muss ja nicht alles mögen.

Jay_AnotherDying

Ich bin Jahrgang 1988 und schaue Let's Plays nur gerne, wenn zu zweit gespielt wird, wie das etwa bei Gametube der Fall ist. Auch da kommt aber auch bei mir nur Begeisterung auf, wenn es um Spiele geht die ich entweder selbst gerne spiele oder die mich vl nicht spielerisch aber zumindest thematisch interessieren. Ähnlich gehts mir übrigens bei Joe Rogan, wo ich doch sehr verwundert bin, dass der sonst gut informierte André seine Infos hier hauptsächlich aus dem ziemlich einseitigen Beitrag von Walulis zu haben scheint. Wenn man sich's Thema für Thema ansieht steht Rogan politisch sogar ziemlich weit links. Jedenfalls höre ich mir den auch nur an, wenn Gast und/oder Thema für mich interessant sind, vor kurzem zb wieder Edward Snowden.

Bin noch in der Folge drin aber ich moechte euch jetzt schon vielen vielen Dank aussprechen fuer die Recherche ueber und phantastische Aufarbeitung des Markenrechte-Trolls (Copyright ist ja nochmal was anderes) Tim Langdell! Es war aeusserst unterhaltsam zu hoeren mit welchem Seemannsgarn dieser Mensch versucht hat sich die jeweiligen Gerichtsverfahren zurechtzubiegen.

Michel Meyers

Ich glaube nicht, dass Let's Plays eine Altersfrage sind. Ich bin dieselbe Generation wie Christian (ein bisschen jünger) und habe vor allem in der Boom-Zeit von ca. 2011 bis 2015 gerne LPs angeschaut und auch selbst produziert. Für mich war das eine angenehme Kombination aus "sehen, wie sich das Spiel so spielt" (ist das überhaupt was für mich?) und Unterhaltung. Teilweise auch ein Ersatz für das Selberspielen, wenn das Spiel für mich nicht spielbar war (z.B. GTA 5 mangels Playstation/leistungsstarkem Gaming-PC). Spielzeitschriften hatte ich davor zuletzt in den frühen 90ern konsumiert, aber nur sporadisch. Mich hat da immer gestört, dass ich nach dem Lesen eines Artikels immer noch nicht wusste, wie sich das Spiel nun tatsächlich beim Spielen anfühlt. Später lagen dann auch mal CDs mit Videos bei, aber die waren immer willkürlich zusammengeschnitten, wie ein Trailer, dazu las eine Stimme quasi einen Testbericht in Kurzform vor, anstatt das Geschehen am Bildschirm zu kommentieren (was war das da gerade für ein interessantes Portal? Sag doch was dazu, wenn du schon nicht durchgehst, anstatt von den drei Vorgängerspielen des Entwicklers zu labern! Ah, und da hinten ist offenbar ein Fahrzeug, kann man da einsteig… argh, nicht einfach zur nächsten Szene schneiden, das hätte mich jetzt interessiert!). Bei Let's Plays hingegen kann ich mir einen durchgehenden Eindruck des Spiels machen – und es sagt sogar jemand was zu dem, was da gerade passiert. Wenn ich ein neues Spiel grundsätzlich interessant finde, lese ich zwar oft auch ein Review (meist auf RPS), aber für die eigentliche Kaufentscheidung schau ich immer in ein Let's Play rein.

Pandapapst

Super Folge. Das Einzige was mich gerade ratlos zurück lässt ist folgendes: Nachdem im Podcast unter anderem Christians überragendes Minecraft-Video erwähnt wurde, bietet mir YouTube beim nächsten Besuch genau dieses Gamestar Video an. YouTube hat mir schon lange kein Gamestar Video und noch nie ein Minecraft Video angeboten. Tja und jetzt weiß ich auch nicht.

Thomas Enderling

Alter! Eine super Folge. Die Langdell-Story war einfach Mal großartig erzählt und dramatisiert. Danke für die Unterhaltung.

Christopher Bär

Ich verfolge StarCraft2 E-Sport und da gibt es seit kurzem ein Team namens Raise Your Edge Gaming https://liquipedia.net/starcraft2/Raise_Your_Edge_Gaming Da musste ich dann beim Hören der Folge auch dran denken ob die wohl im Fadekreuz von dem Patenttroll sind x) "Raise Your Edge" heißt da ja der Hauptsponsor

Patrick Rathmann

Zum Thema Lets Plays: Ich bin Jahrgang 84 und spiele seit ungefähr 18 Jahren nicht mehr. Habe einfach andere Hobbies gefunden und finde das Lets Plays ein gutes Unterhaltungsmedium darstellen können wenn man denn einen guten Kanal findet. MMn hat das mit Journalismus wenige Berührungspunkte. Im Übrigen bezweifel ich das Netflix Joe Rogan aufgrund seines Inhaltes gekauft hat - eher wegen der Klickkzahlen.

Florian Chevalier

Eigentlich mag ich LP wie Steinwallen, aber am Ende habe ich eben nur Zeit, selbst zu spielen ODER Steinwallen zuzuschauen. Wäre ich jünger und ledig, ich hätte sicher 1-2 Abos bei so Leuten. Zumindest das Tropico 6-LP von Steinwallen war echt klasse.

Maestro84

Let's Plays an Alter und Generation zu  binden, finde ich persönlich eine etwas zu eindimensionale Herangehensweise. Es gibt schon auch viele Ü40er, die sowohl Lets Plays gerne selber produzieren, als auch konsumieren. Da unterscheiden sich LPs natürlich auch tw. hart im Stil (z.B. albern-zotig kontra informativ-ernsthaft). Ich selbst bin Jahrgang 1983 und lasse mich ab und zu gerne noch zu beidem hinreissen (also Konsum und Produktion). Ich glaube, man muss LPs - im Gegensatz zu z.B. dem Spielejournalismus - als reines Unterhaltungsformat sehen. Das eine mit dem anderen zu vergleichen, ist wenig tragbar oder sinnvoll. Ich verbinde LPs z.B. auch mit Kindheitserinnerungen und schaue gerne Retro-LPs von alten DOS-Klassikern, die ich wohlig in Erinnerung habe, die ich aber jetzt nicht unbedingt nochmal selbst spielen möchte (damit würde ich auch LPs nicht komplett an einem Personenkult festmachen - das Spieleprodukt spielt schon auch eine Rolle). Solche Retro-LPs sehe ich auch eben gerne, weil ich in das Spielgefuehl nochmals tiefer einsteigen möchte (wie damals, als ich das vor 30 Jahren selber spielte) und ich lebendiger und mehr erleben möchte, als nur eine oberflächliche Abhandlung wie bei einem halbseitigen Testbericht einer Zeitschrift von vor 25 Jahren oder eben nur theoretisch darüber in einem Podcast zu hören. Ich denke, beide "Formate" haben ihre Daseinsberechtigung - das eine mehr als Entertainment, das andere eher als Informationsquelle.

Andreas A


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