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Das Format ohne Namen #7

Liebe Freunde,

ehe wir nächste Woche voll in die nächste Staffel von "Stay Forever Spielt" einsteigen, kommt hier noch rasch eine neue Folge unseres freien Formats.

Wir nutzen die Gelegenheit, dass noch Januar ist, um mal abzuklopfen, wie es mit den Vorsätzen für 2020 steht und widmen uns dem Thema Kritikfähigkeit anhand von aktuellen Beispielen.

Viel Spaß beim Hören.

Gunnar

Das Format ohne Namen #7

Comments

Mhm im Kleinen nicht nein.. diverse Anläufe für ne bestimmte Sache zu brauchen mag im ersten Moment als scheitern vorkommen, da gebe ich dir recht. Aber solange du deine Ziele dennoch erreichst würde ich trotzdem nicht von scheitern reden. Manchmal dauerts halt einfach ein wenig :) Du hast recht, es ist wie du sagst, das Eine schliesst das Andere nicht aus.

Nightest

Das eine schließt das andere nicht aus.

Stay Forever

Gunnar: Erzählt dass sein Leben ein dauerndes scheitern ist... Auch Gunnar: Erzählt dass seine Küche so gross ist das darin mal eben auch noch ein Sofa Platz findet, er einen zweiten Stock in seinem Haus hat und daneben noch ne Wohnung in Berlin :D

Nightest

Gerade die Folge & insbesondere den Teil zum Thema Trans-Identität gehört. Sehr gut gelungen, hat mich sehr gefreut (& ehrlich gesagt auch erleichtert) dass ihr das nachgeholt habt. Gerade im gaming-Bereich gibt es so viele arg anti-progressive Strömungen dass es echt wohl tut, jemandem zuhören zu können dabei sich reflektiert ein besseres Verhalten anzutrainieren! Ein bisschen schade finde ich es, dass dieses Segment jetzt alleine im Bezahl-Bereich schlummern muss, wäre echt schön wenn die vielen Gratis-Hörer eure Fortschritte auch mitmachen könnten!

Andreas Fuchs

Interessant, ich bin sowohl video- als auch Rollenspieler und kenne unzählige Leute. Aber Transmenschen sind mir auch nie begegnet, bzw ich hätte es nicht bemerkt. Irre das ihr soviele kennt.

Marcel D.

Sehr schöne Folge, nach "Stay Forever Spielt" mein Lieblingsformat. Die zwei interessantesten Teile waren für mich die Namensdiskussion bei Transgender und der Teil über Kritikfähigkeit. Persönlich gehe ich an den Namensteil wohl auch eher verkopft ran. Gerade wenn man eine Person historisch betrachtet, dann ist der Name in einem bestimmten Zeitraum ja einfach ein Fakt. Christian hat die Beispiele mit Namenswechsel bei Heirat oder den Religionswechsel gebracht, da ist es natürlich so, dass man z.B. die neue Religion anerkennt und die Person ab dem Zeitpunkt des Wechsels der neuen Religion angehört. Das ändert aber ja nicht die Zeit davor und ich sehe es auch nicht als unhöflich oder politisch unkorrekt an, wenn man das dann in einer historischen Betrachtung darstellt. Bei der Kritik bin ich bein Gunnar, wenn ein Teil wirklich außergewöhnlich gut ist, dann kann man das gerne sagen, von Höflichkeitskomplimenten halte ich aber auch nicht viel und ich finde sie auch zu leicht zu durchschauen. Irgendwann habe ich mir aber auch angewöhnt, dass ich einfach immer irgendwas positives als erstes sage. Man möchte ja nicht die Kollegen vor den Kopf stoßen.

Feroc

Danke für weitere Stunden guter Unterhaltung auf langen Autofahrten! :) Zum Transgender-Thema: Als wir die M.U.L.E.-Folge gehört haben, hat meine Partnerin Mháire mehrfach hörbar mit den Augen gerollt und wir fanden es beide sehr gut, dass ihr jetzt nochmal darauf eingegangen seid. Was mich aber erst einmal schockiert hat: Dass ihr niemanden in eurem Bekanntenkreis habt, den/die das Thema betrifft. Wir kamen in unserem RPG-Umfeld ohne lange zu überlegen auf 10 Personen. Wenn ich zB an die Computec-Redaktion zurückdenke, habe ich die Videospiel-Szene auch als sehr "straight geprägt" in Erinnerung, aber ist das wirklich so krass? Oh, und ich finde Christians Huawei-Handy potentiell viel problematischer als Gunnars Apple-Phalanx.

Orkenspalter TV

Zum Thema Kritik: mir fallen zwei Gründe über den wohlfühlpsychologischen hinaus ein, wegen derer man durchaus auch das kommentieren sollte, was an einem Werk gut gelungen ist. Erstens kann das Gute ja Zufall sein, dann macht man den Autor darauf aufmerksam und erhöht die Chance, dass es sich wiederholt. Und zweitens lernen dann auch andere, die dabei sitzen, vielleicht noch was gutes Neues, egal ob es Planung oder Glück beim Autor war.

Georg Wille

Hier ist Gunnar: Ja, nun, ich habe auch, aus privater und professioneller Sicht, oft starke negative Meinungen zu bestimmten Produkten. Aber ich bemühe mich, sie nicht ungefragt allen Leuten mitzuteilen, die mutmaßlich eine abweichende haben. Das Problem ist, dass andere Menschen ganz unterschiedliche Anforderungen an Produkte haben als ich – und ich deren Use Case null kenne. So ist das hier auch: Ich bin sehr überlegt in meinen Entscheidungen für bestimmte Tools, habe viel Erfahrung mit diversen Betriebssystemen (als Nutzer) und gebe obendrein ungern viel Geld aus, weil mich das Prestige von bestimmten Produkten nicht interessiert und weil ich einen Tick geizig bin. Ich nutzte in den letzten Jahren folgende Systeme bei meinen hauptsächlichen Produktivtools: iOS, iPadOS, OSX, WatchOS, Android, Windows, Linux, WearOS, teilweise parallel. Ich kaufe trotzdem immer mal wieder Apple-Geräte, weil die für mein Set an Anforderungen* passen. Und nun? Ist es jetzt nötig, mir kleinteilig auseinander zu setzen, warum meine Entscheidungen Unsinn sein müssen, weil es auf Apple nur eine gültige Sichtweise geben kann? Sorry für den Vortrag, aber mich nervt das in den letzten Jahren zunehmend, dass es zu jedem Thema nur noch Lager gibt – Apple-Geräte sind ganz weder seligmachend noch Ranz, genauso wenig wie Windows- oder Android-Geräte, aber es findet sich immer sofort jemand, der einem erklärt, warum das Scheißefromhell oder Superduperfancykrass. Ahem. Sorry. Ich bin schon still. * Beispiel: Ich hab vor Jahren mal einen Mac gekauft, weil Apple als einziger Anbieter ein sinnvolles Leasing-Modell für Kleinunternehmen hatte.

Stay Forever

Ich muss mich auch outen: Der Kommentar mit dem Apple-Ranz bzgl. Gunnars Foto war von mir. Das als Trash Talk abzutun, lässt bei Christian die nötige Empathie vermissen. Ich bin beruflich Softwarenentwickler und bastel als Hobby an Hardware herum. Und aus beiden Perspektiven betrachtet, empfinde ich Apple-Produkte als kompletten (und überteuerten) Ranz. Ich würde sogar sagen, alleine der Anblick von Apple-Produkten kostet mich Energie. Die Benutzung (ja, hier liegen auch zwei herum...Erbstücke) treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn. Die Programmierung lässt mich permanent auf das (Festnetz-)Telefon starren...die 90er könnten jeden Augenblick anrufen und ihre Schnittstellen zurückhaben wollen.

EgonOlsen

ein sehr lehrreicher cast. dankeschön.

Matthias Reißner

Gut mit der Kritik umgegangen, ihr verknöcherten Herren (Christian ist kaum älter als ich). Für eine öffentliche Studie wollte ich mich endlich mal vom binären "männlich/weiblich" im Fragebogen entfernen, merkte aber ebenfalls, dass ich nicht up-to-date war, was Diskussionen um den richtigen sprachlichen Umgang angeht. Habe aber Freunde in der LGBTQ+ Szene, die mir geholfen haben. Es schadet wirklich nicht, einfach die Community zu fragen, wie sie genannt werden will. Wie Christian sagte, es kostet nichts - nicht einmal der Datensatz wird zwingend schlechter. Dadurch, dass die meisten eh "männlich" oder "weiblich" angeben, gibt es immer noch genug statistical power, um Vergleiche zu machen, wenn sie überhaupt relevant sind. Für den englischen Raum meine Ergebnisse: Das "trans*" label wird nicht erwünscht, da sich Transmenschen schlicht als männlich oder weiblich identifizieren. Allerdings hilft das Label "non-binary" (nicht-binär), um andere Identitäten festzuhalten. Ein Blogpost dazu: http://www.vitorzimmerer.net/blog/2017/1/8/asking-for-a-participants-gender-the-inclusive-way

Vitor Zimmerer

Ich habe die Mule-Folge noch nicht hören können (ich brauche mehr Stunden pro Tag...), daher war ich etwas überrascht als plötzlich das Thema Transgender aufkam, da ich selbst Trans* bin und bei weitem nicht damit gerechnet hätte, die Thematik mal hier zu hören :D - auch wenn ich wusste, dass in der Spielebranche die ein oder andere Trans*Person arbeitet. Tatsächlich war Danielle Bunten sogar eine der ersten "bekannten" Namen über die ich damals stolperte als ich mich vor zig Jahren erstmals im Netz über die Thematik informierte. Ich verstehe, dass man bei sowas Fehler macht, wenn man eben persönlich noch keinen Kontakt zu dieser Thematik hatte. Wichtig ist bei sowas immer die Intention (und da ich euch seit frühsten Gamestar-Zeiten "kenne", kann ich da auch sagen, das diese nicht böse gemeint war. Noch wichtiger: Die Kritikfähigkeit und der "Lernwille" (das soll nicht belehrend klingen) Dinge wie "Deadnaming" anszusprechen, was leider ein Problem ist - gerade weil es einem im Alltag immer wieder begegnet. Bspw wenn man bei der EC-Zahlung nicht wirklich zum angegebenen Namen passt, denn nicht jede Bank ist bereit das vor offizieller Personenstandsänderung zu ändern. Gerade auch in der Vor-Outing-Zeit hat Deadnaming etwas von kleinen Messerstichen, auch wenn sie (gerade ohne Outing) nicht böse gemeint sind. Aber gut, ich schweife ab. M;) Was ich in der FoN-Folge gehört habe, fand ich jedenfalls sehr angemessen und positiv von euch beiden. Eine Sache noch: Die Problematik einer "lexikalen" Trans*Person in einer historischen Betrachtung verstehe ich, selbst ich als Betroffene hätte da vermutlich überlegen müssen wie man das innerhalb einer Podcast-Episode verarbeitet. Erwähnenswert halte ich es, da sie ja ein (zu mindest in einer Branche) prominentes Leben hatte, nur der Name kann dann eben wegbleiben, im Zweifel halt "vorheriger Name" oder so. Gunnar hat das ja gut ausgeführt. Falls irgendwann das 1981er Arcarde Game "Gorf" behandelt wird, wisst ihr ja nun bescheid :D

Jessica F.

Ich habe eine Freundin, die früher ein Freund war, die es locker nimmt, wenn das Gegenüber nicht sofort politisch korrekt mit dem Thema umgeht. Ich denke, genau wie bei Homosexuellen, ist es schlimmer, wenn das Gegenüber herumdruckst und so kommuniziert, dass Transsexualität oder Homosexualität "unnormal" ist.

Maestro84

cringe = fremdscham ?

Stay Forever

Ich bin beim Hören der M.U.L.E Folge schon ein bisschen zusammengezuckt und finde es gut, dass Ihr nochmal darauf eingegangen seit. Ist es Sugarcoating, wenn danach keine Kritik kommt? Ach, moment, dann ist es ja einfach überflüssig :-D Zum Thema Empathie bei Reviews will ich Christian recht geben. Solche Situationen sind sehr sensibel und können das Klima im Team negativ beeinflussen. Das habe ich selbst auch schon einige Male erlebt (zum Glück haben wir ausser mir nur noch einen weiteren pedantischen Meckerkopp...) Ich kann dazu den Artikel "How to use a code review to execute someones soul" empfehlen, der sich zwar um (Programm)-Code Reviews dreht, aber die Prinzipien sind meiner Meinung nach nicht anders. Das Team sitzt da und spricht über das Arbeitsergebnis eines oder mehrerer Mitarbeiter, um gemeinsam weiter zu kommen: https://daedtech.com/how-to-use-a-code-review-to-execute-someones-soul/ Da ist Lob erlaubt und erwünscht, die wenigsten Leute sind Roboter oder Niedersachsen (Ich komme aus OWL, das liegt dem auch Nahe). Mit Kritik umzugehen muss man lernen, Lob versteht man schon als Baby. (P.S. gibt es ein deutsches Wort für cringy? Zusammenzucken ist so stark... hm.)

0815haro

Geht mir genauso! FoN könnte es ruhig noch öfter geben.

Pandapapst

PS: Das soll jetzt zwischen den Zeilen nicht vorwurfsvoll klingen! :)

Christopher Bär

Danke für die Einsicht, auch wenn die kleinliche Kritik Christians ein wenig unpassend an der Stelle war, wie Gunnar auch feststellt (wo er auf eine spezifische Stelle in meinem Kommentar einging). Aber das war wohl eine verständliche Defensivreaktion, bei solch schwierigen Themen "ertappt" zu werden führt natürlich erstmal dazu, die Kritik abzuweisen oder den Kritiker zu kritisieren. Insgesamt ist das aber toll, dass ihr so reflexionsbereit seid und es dieses Mal auch wirklich korrekt und toll dargelegt habt wie es hätte objektiv sein sollen und wie ihr es im Herzen auch gemeint habt :)

Christopher Bär

Mein absolutes Lieblingsformat neben den regulären Folgen. Danke, für die Rettung des Freitags 🙂

Carsten Krenz


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