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Zehn Jahre Klüger: Mai 2011

Liebe Freunde,

es ist noch nicht lange her, da haben wir in Zehn Jahre Klüger über die schockierenden Arbeitsbedingungen bei Rockstar San Diego berichtet, unter denen Red Dead Redemption entstanden ist. Im Mai 2011 steht das nächste Rockstar-Partnerstudio unter Feuer, es stellt sich heraus: Noch hat die Branche nichts gelernt. Das und mehr besprechen wir in der aktuellen Folge.

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HINWEIS: In der letzten Folge von Zehn Jahre Klüger haben wir über das automatisierte Altersfreigabe-System IARC gesprochen. André hat im Nachgang die USK-Geschäftsführerin Elisabeth Secker dazu befragt; das rund halbstündige Interview findet ihr als offenen Podcast drüben bei The Pod. 

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[00:02:35] „Warum dauerte die Entwicklung von L.A. Noire sieben Jahre lang?“

Am 20. Mai 2011 erscheint L.A. Noire, der heiß erwartete Open-World-Krimi von Rockstar Games. Das Spiel löst nicht die gleiche Begeisterung aus wie Red Dead Redemption, aber wird wohlwollend aufgenommen – bis Ende Mai die Presseberichte losgehen. Über die Bedingungen, unter denen L.A. Noire beim australischen Team Bondi entstanden ist. Ehemalige Mitarbeiter lassen kein gutes Haar am Studio und dessen Chef Brendan McNamara; drei Monate später wird Team Bondi aufgelöst.


[00:59:35] „IDG übernimmt Onlinewelten“

Der GameStar-Mutterverlag IDG beginnt im Mai 2011 eine Reihe von Zukäufen mit dem Erwerb des Netzwerks Onlinewelten. Auch andere deutsche Verlage sind auf der Suche nach Übernahmekandidaten; in den USA ist die Konsolidierung bei den Online-Spielemedienschon länger in vollem Gang. Woran liegt’s, und wo führt die Reise hin?


[01:31:34] „Age of Conan wird kostenlos”

2008 ist das Online-Rollenspiel Age of Conan als „World-of-Warcraft-Killer” angetreten; drei Jahre später blieb von den großen Hoffnungen nur ein versprengtes Häufchen Spieler übrig. Nun soll es die Umstellung des Geschäftsmodell richten: Age of Conan reiht sich ein in die Welle MMORPGs, die seit 2009 von Abo zu Free-to-Play wechseln.


[02:06:41] … und als Spiel des Monats kommt im Mai 2011 natürlich nur ein Spiel in Frage. DAS Rollenspiel des Jahres – zumindest für Europäer.


Viel Spaß beim Hören!

Christian & André

Zehn Jahre Klüger: Mai 2011

Comments

Ich habe endlich alle 10 Jahre klüger-Folgen aus dem Archiv gehört, dieses Format ist wirklich sensationell. Ich finde, dass André und Christian das Beste beim jeweils anderen zum Vorschein bringen und bin wirklich beeindruckt von der Recherchearbeit, aber auch davon, wie es Euch gelingt, das ganze Material in ein solch langes und dabei kurzweiliges Gesprächsformat zu überführen. Eure Gedanken zu Brendan McNamara und seiner auf vielen Ebenen fehlgeleiteten Führungspolitik finde ich sehr aufschlussreich. Allerdings kommt mir mitunter die geschlechtliche Dimension des Ganzen, die dann in der Regel bei der kurzen Formel "Gaming Industrie = überarbeitete Männer + vereinsamende (Ehe)Frauen" stehen bleibt, in der abschließenden Beurteilung etwas zu kurz. Denn hier scheinen ja verschiedene Formen von Männlichkeit miteinander zu konkurrieren, nicht nur zwischen den Original Six und ihren Angestellten, sondern auch in Brendan McNamara selbst, wenn man seine Äußerungen hört. Ich habe keinerlei Enblicke in die Produktion solcher Spiele, von der man dankenswerterweise in letzter Zeit mehr hört, daher interessieren mich Dinge wie Produktionsverhältnisse und dieser Skandal mit den Überstunden, gegen den man anscheinend völlig machtlos war, sehr. Gibt es wirklich ein solches Überangebot an Spieleentwicklern, dass man sich leisten kann, die so sehr zu verschleißen? Und gibt es keine Gewerkschaften oder andere Möglichkeiten von Mobilisierung, als mit Burn Out die Firma zu verlassen und am Ende der Firma noch Geld zu schenken? Das ist ja wie bei Tönnies, dabei sollte man meinen, dass das gut qualifizierte Mitarbeiter sind, deren Arbeitskraft nicht so entbehrlich ist. Da scheinen ja ganz archaische, wenn auch leider nicht überkommene Srukturen zu herrschen. Und da es in solchen Fragen in letzter Zeit eher bergab als bergauf gegangen ist, wird sich das in den letzten zehn Jahren auch nicht groß geändert haben.

Myron Tsakas

Ein ambitioniertes Spiel, die öffentliche Demontage einer Person UND eine Firmenpleite: Wenn L.A. Noir mal nicht euer Opus Magnum wird ;)

Markus Riepold


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