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Literatur #58: Christian Kracht – Faserland

Christian Krachts Roman „Faserland“ ist der Grundstein dessen, was als deutsche Popliteratur bezeichnet wird. Zugleich kann man den Text aber auch als einen Grabstein für genau jene Literatur verstehen, die sich ganz in der Pose des Ungefähren gefällt.
Der namenlose Ich-Erzähler präsentiert uns seinen schnodderigen Monolog voller Alltagsbeschreibungen, Hass auf die Gutbürgerlichen wie auf die da unten. Die Haltung der Haltungslosigkeit wird zelebriert und zugleich wieder persifliert. Nichts ist sicher.
Deutschland wird zu einem Ort der Leere, des Bräsigen und der permanenten Präsenz der Geschichte, die nicht vergangen ist. Sozialdemokratie oder Sozialstaat spielen hier keine Rolle mehr. Alles ist egal geworden. Wie sollten wir heute auf das Kultbuch der 1990er-Jahre blicken?
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

Literatur:

Christian Kracht: Faserland, Kiepenheuer & Witsch.

Literatur #58: Christian Kracht – Faserland

Comments

HA ich hab's auch oft gedacht; American Psycho und jetzt habt ihrs gesagt 😄

Luisa Katharina Hengstebeck

Könnte es sein, dass die Figur eine Art Vorbild sein kann, weil sie mächtig ist. Frei durch Geld. Das überwiegt vielleicht das negative, denn ständig Verachtung für alles wird durch die Klasse gerechtfertigt. Die Selbstverachtung legitimiert die Figur moralisch.

Christoph


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